Beifuß anbauen: Aussaat & Pflege im Garten

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Der Beifuß gehört zur Familie der Korbblütler und ist eine hierzulande häufig anzutreffende Wildpflanze. Das äußerst anspruchslose und robuste Gewächs sieht man oft an Zaun- und Wegrändern. In Gärten wird der Beifuß, auch als Gänsekraut oder Wilder Wermut bekannt, bereits seit vielen Jahrhunderten kultiviert. Besonders in Klöstern wurde der Beifuß stets geschätzt, da er einerseits als Gewürz die Küche bereichert und andererseits als Heilpflanze dient.

Er wird bis zu 2 m groß und trägt buschig gefiederte Blätter, die mit einem herben, leicht bitteren Aroma besonders gut zu fettigen Speisen wie reichhaltigen Fleischgerichten passen. Am bekanntesten dürfte wohl die Verwendung beim weihnachtlichen Gänsebraten sein. Seine ätherischen Öle wirken verdauungsfördernd und krampflösend. Zusätzlich ist der Beifuß äußerst vitaminreich. Im Garten gestalten sich sowohl sein Anbau als auch die Pflege sehr einfach.

Weitere Namen: Gewürzbeifuß, Gewöhnlicher Beifuß; lateinischer Name: Artemisia vulgaris

Pflanzen und Pflege

Boden und Standort

Sonnige bis höchstens halbschattige Plätze sind für den Anbau des Beifußes gut geeignet. Je mehr Licht ihm zu Verfügung steht, desto mehr der wertvollen ätherischen Öle werden in seinen Blättern gebildet. Auch sollte genügend Platz für die Wuchshöhe eingeplant werden. Obwohl der Beifuß mit nahezu jeder Art von Boden zurechtkommt, bevorzugt er einen eher trockenen und sandigen. Zusätzlich wirkt sich ein höherer Kalk- und Humusgehalt günstig auf das Wachstum aus. Sehr magere Böden sollten mit etwas untergemischtem Kompost oder Lehm aufbereitet werden. Ansonsten benötigt der Beifuß recht wenig Nährstoffe und gedeiht daher auch auf eher kargem Substrat. Wichtig ist, dass der Boden ausreichend locker und durchlässig ist, denn Staunässe bekommen den bis zu 1,5 m tiefen Wurzeln gar nicht gut. Das Beifußbeet darf nicht zu nah an anderen Gewächsen stehen, da das Kraut wachstumshemmend auf andere Pflanzen wirkt. Einige Gewürzpflanzen wie Oregano und Kamille vertragen sich jedoch mit ihm in der Mischkultur.

Aussaat und Anzucht

Einzelne wenige Pflanzen sind in der Regel für den Kräutergarten ausreichend. Daher ist es am einfachsten, im Gartenhandel eine Beifußpflanze zu erwerben oder sie in der freien Natur zu finden und auszugraben. Den wilden Pflanzen können auch Stecklinge entnommen werden. Gut gewässert entwickeln diese schnell kleine Wurzeln und lassen sich dann in das Beet einsetzen. Vor dem Einbringen in die Erde sind die Wurzeln noch einmal kräftig mit einem Bad im Wassereimer durchzutränken. Setzt man mehrere Gewächse ins Beet, ist auf einen Pflanzabstand von mindestens 60 cm zu achten. Wer dem Beifuß etwas Gutes tun möchte, gönnt ihm nach dem Pflanzen noch eine dünne Mulchschicht.

Der pflegeleichte Beifuß benötigt nur wenig Aufmerksamkeit. Droht der Boden im Hochsommer stark auszutrocknen, sollte man hin und wieder in den frühen Morgenstunden wässern. Zu viele Nährstoffe verträgt er eher schlecht, weshalb ein regelmäßiges Düngenunnötig ist. Es reicht aus, jeweils einmal im Frühjahr reichlich Kompost oder Hornspäne in die Erde einzuarbeiten.

Damit sich der Beifuß nicht unkontrolliert verbreitet, schneidet man die trockenen Blütenstände ab dem Spätsommer oder bereits eher zurück. Laub und Triebe dabei aber an der Pflanze belassen, denn sie werden zur Bildung von Energiereserven für den kalten Winter benötigt.

Ernte und Lagerung

In der zweiten Maihälfte ist der Beifuß in der Regel erntereif. Die Triebe werden hierfür, noch bevor die ersten Blütenknospen aufgehen, 10 cm unter dem untersten Knospenansatz abgeschnitten. Wenn die Blüten bereits offen sind, tragen die Blätter einen ungenießbar bitteren Geschmack und eignen sich nicht mehr als Gewürz. Wer Blätter und Triebe nicht direkt zum Würzen verwenden möchte, kann diese getrennt voneinander an einem luftigen Ort trocknen und sie anschließend in gelochten Folienbeuteln über mehrere Monate lagern.

Jahresübersicht

April

  • Boden vor der Pflanzung kalken
  • Untermischen von Lehm oder Kompost bei leichtem Substrat
  • Ab dem zweiten Anbaujahr die Erde mit Kompost oder Hornspänen versorgen

Mai

  • Einsetzen der Jungpflanzen
  • Boden nach dem Pflanzen mulchen

Mai bis September

  • Ernte von Blättern und Trieben
  • Zurückschneiden der Blütenstände

Probleme die auftreten können

Staunässe sollte unbedingt vermieden werden, denn sie verursacht Wurzelfäule. Erste Anzeichen der Wurzelfäule erkennt man am fauligen Geruch und dem zunehmend kümmerlichen Aussehen der Pflanzen. Um befallenen Beifuß noch zu retten, muss er schnellstmöglich in trockene Erde umgepflanzt werden.

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