Erbsen anbauen: Aussaat & Pflege im Garten

Werbung

Die aus Asien stammende Erbse ist ein kräftiges Gemüse, dass widrigen Wetter gut stand hält. Ihr Grün wird mit dem Erscheinen der weißen, rosa oder violetten Blüten etwas vielfarbiger. Die langen, belaubten Triebe finden an Zäunen, Stäben oder Geäst Halt und ranken sich bis zu zwei Meter gen Himmel. Zwergsorten wie die 'Ostfriesische Felderbse', 'Lancet' oder die 'Kleine Rheinländerin' wachsen auch ohne Stütze stabil.

Dem Anbauer bleibt die Wahl, welche Art von Erbse er möchte – Schalenerbse, Markerbse oder Zuckererbse. Schalenerbsen haben glatte Körner, sind reich an Stärke und schmecken deshalb auch leicht herb und mehlig. Markerbsen haben runzlige Körner, sind sehr eiweißhaltig und deutlich süßer im Geschmack. Zuckererbsen können roh und samt Hülse genossen werden und sind beliebt durch ihre Süße. Das Züchten eigener Erbsen ist stets lohnenswert, da sie den Gekauften an Frische und Nährstoffgehalt weit voraus sind.

Weitere Namen: Markerbsen, Zuckererbsen, Schalerbsen, Brockelerbsen; lateinischer Name: Pisum sativum

Pflanzen und Pflege

Fruchtfolge

Damit der Boden gesund bleibt und eine gute Ernte gewährleistet, ist die Reihenfolge des Anbaus bedeutend. Erbsen sind Schwachzehrer und werden so immer auf Beete gepflanzt, auf denen zuvor Starkzehrer (wie z.B. Kartoffel und Kohl) oder Mittelzehrer (wie z.B. Zwiebel und Möhre) wuchsen. Möglich ist auch eine Mischkultur mit Kohlrabi, Salat und Mangold, die ebenfalls im April herangezogen werden. Spätestens alle 3 Jahre muss ein neues Beet zum Anbau her.

Boden

Eine humusreiche, tiefgründig aufgelockerte Erde ist für die mitteltief wachsenden Wurzeln am besten. Das Wasser muss gut durchsickern können, denn auf viel Nässe reagiert sie mit Unmut. Weniger nahrhafter Boden kann etwa 30 cm tief ausgehoben und mit einer Kompost-Erde-Mischung aufgefüllt werden (Rigolen). Das Verrottete ist dann im Frühjahr eine gute Voraussetzung zum Anpflanzen. Düngen entfällt, da die an den Wurzeln sitzenden Knöllchenbakterien bereits Stickstoff aus der Luft binden.

Vorkultur

Erbsen können bei Temperaturen von 10-15°C ab März vorgezogen werden. Ein Topf oder längliches Behältnis, wie z.B. eine Regenrinne, wird mit Aussaaterde befüllt und mit den Samen bestückt. Diese sollten jeweils etwa 5 cm auseinander liegen und kommen bis zu 5 cm tief in die Erde. Dann nur noch mäßig angießen. Sobald kleine Sprossen gewachsen sind, pflanzt man sie reihenweise ins Beet aus.

Bandsaat

Saatbänder werden in einzelne oder mehrere Reihen ausgelegt. Sie werden etwa 2 cm tief gelegt und mit Rankhilfen bestückt. Das Ganze wird zum Schutz mit einem Vlies überspannt.

Erntezeit

Etwa drei Monate nach der Aussaat kann man ernten. Ob die Hülsen fertig gereift sind, stellt man durch Erfühlen etwaiger Samen fest. Frühes Pflücken reifer Erbsen garantiert den besten Geschmack - je länger sie hängen, umso mehr büßen sie an Qualität ein. Wurden die Samen versetzt alle 1-2 Wochen gesät, so reifen diese später auch nacheinander aus und erfreuen mit ihrer Fruchtfülle den ganzen Sommer über.

Ernte und Lagerung

Zuckererbsen

Die Schoten werden bei Reife immer wieder abgeerntet und zeitnah verwertet, z.B. in Salaten oder einem leckeren Mittagsgericht. Sie können auch eingefroren werden. Umso länger die Hülsen reifen und umso größer sie wachsen, desto mehr verlieren sie an Knackigkeit.

Mark- oder Schalenerbsen

Sobald die Schoten prall und dick sind und man die Samen deutlich fühlt, werden sie abgenommen. Schalenerbsen eignen sich gut als Trockenerbsen. Markerbsen können für frische Gerichte verkocht oder eingefroren werden.

Jahresübersicht

März

  • Samen werden ab Mitte März bei 10-15°C im Zimmer vorgezogen

April

  • erneutes Vorziehen
  • Mitte April: Umpflanzen der März-Sämlinge vom Zimmer ins Beet, Rankhilfen stecken!
  • dabei beachten: Samenabstand 5-7 cm, Reihenabstand 40-60 cm, Tiefe der Samen 2-5 cm
  • bestenfalls das Beet schützend mit Vlies abdecken und auf Mäuse achten

Mai

  • Umpflanzen der April-Sämlinge vom Zimmer ins Beet, Rankhilfen stecken!
  • ab Ende Mai: direkte Aussaat ins Beet möglich, ohne Vorziehen (nach Bedarf mit Vlies abdecken)
  • Samen keimen schon bei 4°C, optimal sind aber etwa 10°C

Juni

  • regelmäßige Ernte reifer Schoten - möglichst zeitnah verwerten, da sonst Qualität nachlässt
  • zu reife Früchte verlieren Knackigkeit und werden fasrig
  • je länger die Schoten an der Pflanze hängen, desto weniger Früchte können nachwachsen

Juli

  • Erscheinen der Blüten gegen Mai/Juni
  • Erbsenwickler legen in dieser Zeit Eier auf den Pflanzen ab (Schutz bietet z.B. ein Kulturschutznetz)
  • bei großer Sommerhitze vermehrt gießen, so dass Wurzeln gut versorgt sind und viele Früchte wachsen

August bis September

  • Erbsenwickler legen immer noch Eier ab (etwa Ende Juni bis August)
  • regelmäßige Ernte reifer Schoten

Oktober

  • nach Blüte- und Erntezeit die Erbsenpflanze über den Boden abschneiden – die Wurzeln bereichern den Boden mit Stickstoff

Probleme die auftreten können

Mäuse interessieren sich besonders für die frische Saat und fressen diese schnell weg. Abhilfe schaffen Fallen. Auch Vögel picken gern die Samen weg, lassen sich durch ein gespanntes Vlies aber gut fernhalten.

Vor allem Erbsenwickler bereiten Schwierigkeiten. Aus den auf den Trieben abgelegten Eier schlüpfen Raupen, die in die Schoten eindringen und sich von den Samen ernähren. Von außen ist der Schaden schlecht einsehbar. Vorgebeugt wird am besten mit einem Kulturschutznetz.

Von mir empfohlene Produkte (Werbelinks):

Bildnachweise / Pictures by:
1st photo by Jane Dickson - Peas - CC BY-SA 2.0
2nd photo by Rev Stan - Peas - CC BY 2.0
3th photo by ilovebutter - Peas - CC BY 2.0
4th photo by Jane Dickson - Peas - CC BY-SA 2.0
5th photo by ilovebutter - Pea - CC BY 2.0

Artikel drucken
Werbung
Artikel von