FAQ: Trauermücken & Larven bekämpfen
Die häufigsten Fragen zu den Trauermücken:
Allgemeine Fragen
Die ausgewachsenen Mücken richten keinen Schaden an, sie sind nur lästig. Die eigentlichen Schädlinge sind die Larven. Diese ernähren sich von abgestorbenen Pflanzenresten sowie von jungen Wurzeln der Pflanze.
Wenn die Pflanze noch ein Keimling/Steckling ist, kann ein Trauermückenbefall für sie tötlich enden. Häufig fressen die Larven die zarten Wurzeln komplett auf, wenn sie keine weitere Nahrung finden. Einige User von green24 berichteten sogar von abgestorbenen Keimlingen mit durchbohrtem Samen.
Ausgewachsene Pflanzen dagegen überleben einen einmaligen Trauermückenbefall durchaus ohne Probleme.
Trauermücken werden entweder durch neu gekaufte Pflanzen in die Wohnung "verschleppt" oder sie fliegen beim Lüften durch das Fenster. Auch ist es sehr wahrscheinlich, dass beim Kauf von Pflanzenerde schon einige Eier im Humus vorhanden sind.
Trauermücken legen die Eier hauptsächlich von oben in die Blumentopferde. Ist dieser Weg jedoch versperrt (z.B. durch Sand) oder ist die Erde zu trocken, legen sie ihre Eier auch in die Wasserablauflöcher der Blumentöpfe. Dieses Verhalten kann man sehr häufig bei Pflanzen beobachten, welche ausschließlich von unten gegossen werden.
Nein. Die Trauermücken legen ihre Eier auch von unten in die Erde der Wasserablauflöcher, wo die Larven ohne Probleme schlüpfen können.
Diese Methode klappt nur bedingt. Natürlich kann man den Befall der
Trauermücken durch eine Trockenperiode sehr stark reduzieren, jedoch
nicht vollständig beseitigen. Einige Trauermücken finden dennoch einen
Weg sich zu vermehren.
Außerdem vertragen nicht alle Pflanzen ein komplettes Austrocknen der
Erde. Keimlinge sowie Sumpfpflanzen (z.B. Zypergras) tragen nach so
einer Prozedur sehr häufig Schäden davon.
Ein Umtopfen in frische Blumenerde kann bei starkem Befall helfen, jedoch ist es keine entgültige Lösung. Sobald nur ein Trauermückenweibchen ihre Eier in das neue Substrat legt oder schon Eier in dieser Blumenerde vorhanden sind, war die ganze Umtopfaktion umsonst.
Vorbeugung eines Befalls
Um einen Trauermückenbefall im Anfangsstatium zu erkennen helfen Gelbtafeln bzw. Gelbsticker. Diese klebrigen Plastiktafeln werden in die Erde gesteckt.
Die fliegenden Trauermücken werden durch die gelbe Farbe angelockt und
bleiben auf den Tafeln kleben. Gelbsticker sind im Kampf sowie bei der
Vorbeugung gegen Trauermücken ein absolutes Muss.
Des Weiteren ist es möglich regelmäßig SF-Nematoden oder BTI
einzusetzen, um eine starke Ausbreitung des Befalls zu verhindern. Auch
zur Vorbeugung ist eine regelmäßige Anwendung ausgezeichnet.
Eine weitere Möglichkeit ist die Erdoberfläche mit einer 1-2 cm dicken Schicht Quarzsand
abzudecken und unten im Topf eine Schicht Seramis oder Kies zu
verteilen. Diese Methode verhindert, dass Trauermücken ihre Eier in die
Erde legen und die Larven schlüpfen können.
Einige User von Green24 haben ebenfalls gute Erfahrungen mit einem
Sand-Erde-Schichtsystem gemacht. 1. eine Schicht Kies, Seramis oder
Perite in den Blumentopf, 2. eine Schicht Erde, 3. eine Schicht Kies,
Seramis oder Perlite und 4. eine 1-2 cm dicke Schicht Quarzsand. Diese
Methode ist etwas aufwändiger, soll aber ebenfalls helfen.
Nein. Gelbtafeln sind sehr hilfreich bei der Erkennung sowie zur Unterstützung einer Bekämpfung der Trauermücken. Es bleibt jedoch nicht jede Trauermücke an ihnen kleben. Diese können dann eine neue Generation entwickeln und der Befall wird erneut stärker.
Sand als Hilfsmittel
Feinkörniger Sand wie z.B. Quarz- oder Vogelsand können bei der Bekämpfung der Trauermücken sehr hilfreich sein. Es empfielt sich jedoch Quarzsand zu verwenden, da im Vogelsand viele Zusätze wie Kalk und ähnliches vorhanden sind. Die meisten Pflanzen mögen keinen zu kalkhaltigen Boden.
Eine 1-2 cm dicke Sandschicht wird auf die Erdoberfläche aufgetragen und hindert die Mücken daran ihre Eier in die Erde abzulegen.
Die beste Gießtechnik ist in diesem Fall von unten in die Wasserauffangschale. Bei Keimlingen ist es möglich den Sand mit einer Sprühflasche anzufeuchten und danach ganz vorsichtig Wasser auf die Sandoberfläche zu gießen.
Vogelsand enthält sehr viele Zusätze wie Kalk, Anis oder ähnliches und dies führt häufig zu einem kalkhaltigen Boden. Unzählige Pflanzen vertragen zu kalkhaltige Erde nicht, wie z.B. Zitrusbäume und viele Exoten. Aus diesem Grund empiehlt es sich auf Quarzsand ohne Zusätze zurückzugreifen.
Die Erde für Keimlinge kann vor der Aussaat in einer Mikrowelle bei
700 Watt 3-4 Minuten erhitzt werden. Dadurch tötet man die Eier und
Larven der Trauermücke zuverlässig ab. Außerdem empfielt es sich, die
Keimlinge am Anfang in einem Gefäß ohne Wasserablauflöcher wachsen zu
lassen.
Schon vor der Keimung ist es möglich eine Schicht Quarzsand auf die
Erdoberfläche zu verteilen. Wichtig ist dann, dass die Keimlinge immer
vorsichtig gegossen werden.
Biologische Bekämpfung
Ja. Zum einen gibt es die Steinernema feltiae Nematoden (SF-Nematoden) sowie die Bacillus thuringiensis israelensis (BTI).
SF-Nematoden werden über das Gießwasser in die Erde gebracht, sind frei
beweglich und ernähren sich von den Larven. BTI wird ebenfalls über das
Gießwasser in die Erde gebracht und ist ein Bakterium, welches
Dauersporen mit Eisweißkristallen bildet. Genau diese Eiweißkristalle
sind für Trauermückenlarven giftig. Beide Nützlinge sind im Handel frei
erhältlich.
Nein, beide Organismen sind weder für die Pflanze selbst noch für Menschen oder Haustiere schädlich.
Der Hersteller empfiehlt 8 Tropfen auf 200 Liter. Dies würde etwa 0,08 Tropfen bei einer 2 Liter Gießkanne entsprechen. 1-2 Tropfen bei einer 2 Liter Gießkanne sind also ausreichend.
Es müssen alle Pflanzen bei jedem Gießvorgang mit BTI gegossen
werden, um die Larven effektiv zu bekämpfen. Da immer nur 1-2 Tropfen
pro 2 Liter Gießkanne benötigt werden, reicht eine BTI-Flasche recht
lang.
Sobald man BTI absetzt steigt der Trauermückenbefall wieder an.
BTI ist ein Bakterium, welches ein Fraßgift produziert. SF-Nematoden dagegen nutzen die Trauermückenlarven als Nahrung.
Beide Nützlinge haben nur eine Wirkungszeit von etwa 1-2 Monaten.
Des Weiteren ist ein großer Unterschied, dass SF-Nematoden sich in
der feuchten Erde bewegen und BTI nicht. Aus diesem Grund muss bei dem
Gießen von BTI darauf geachtet werden, dass großflächig vergossen wird
und das Wasser an sogut wie alle Stellen gelangt.
Wahrscheinlich würde ein Umtopfen von Erde in Seramis, Perlite oder ein anderes mineralisches Substrat die entgültige Lösung sein. Einige Erfahrungsberichte von green24 bestätigen dies. Jedoch ist diese Aktion sehr zeit- sowie kostenaufwändig und nicht jede Pflanze verträgt ein komplettes Umtopfen von Humus in Seramis & Co.
Weitere Informationen
Es gibt einige sehr gute Websites, welche die Trauermücken sehr
ausführlich beschreiben und auch hilfreiche Tipps sowie Möglichkeiten
zur Bekämpfung liefern.
Eine kleine Liste:
- Die Gärtnerei Wissing befasst sich auf ihrer Website rund um die Trauermücken und deren Bekämpfung.
- Der Bio-Gärtner hat auf seiner umfangreichen Website einen sehr interessanten Artikel zu den Trauermücken veröffentlicht.